alte Speicher
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Von Reichtum und Hexen und Schicksalen

 

Nachkommen des 

Johanne von Spichern

Stammbaum, erstellt nach Haas und Alois Rupp, Überherrn

 

 

 

 

 

 

Fritz Speicher, geboren 1926

(-steht für die Lebensläufe, die noch bekannt sind. Jeder Lebenslauf ist bestimmt durch die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten  seiner Zeit und die bewussten Lebensentscheidungen darin. Man vermeide einfache Projektionen auf die Sichtfläche des heutigen Betrachters.)

Fritz trat in die Hitlerjugend ein. Sein Idealismus, seine Zuverlässigkeit und andere Führungsqualitäten brachten ihm und seinem "Fähnlein 3" Anerkennung in Kleve ein. Nach dem Zusammenbruch des Hitlerregimes wurde das Ausmaß der Indoktrination - besonders der Jugend- deutlich. Auch für Fritz brach die Welt seiner jungen Jahre zusammen und damit auch seine schulische Laufbahn. Es folgten Schreinerlehre, Meisterprüfung und Betriebsleiterfunktion in Tübingen. Fritz starb  früh an den Folgen eines Herzinfarktes.

 

1563 wurde nach Angabe des Meyers Heintz von Derlen eine Abgabenliste erstellt. Nach ihr hatte in der Zeit davor Speicher Philips für sein Gut auf Wölfringer Bann einen Quartem Frucht und vier Albus Geldschaften zu entrichten.

Am 22.1.1583 schreibt der Reichskammergerichtsbote tief beeindruckt, er habe in Püttlingen einem sitzenden Gericht im Beisein der ganzen Gemeinde (28 Haushalte) beigewohnt;- und das in der gewöhnlichen Behausung des Nicolaus Speicher.

1679 beschwor der Schultheiß und Meyer Nicolaus Speicher, dass der Püttlinger Gemeindewald der Gemeinde gehöre.

 

 

Zur Türkensteuer erklärte Nicolaus Speicher:" Man hat uns die Schatzung gar zu hoch gelegt." Zuletzt hören wir nur noch von der Familie dieses bemerkenswerten Mannes durch einer Beschwerde wegen zu schneller Hexenverbrennung in Püttlingen um 1590. Dem Niclas Speicher wurde die unerhört hohe Summe von 1200 Franken Bußgeld auferlegt. Diese Bußgelder richteten sich nach dem Vermögen des Betroffenen. Das bestätigt nicht nur die beeindruckende Größe seines Anwesens, sondern auch die Höhe seines Vermögens.

Dem "Ehrsamen Conrad Speicher", den man später auch "Chun" Speicher nannte, wurde 1582 vor dem Schloss in Püttlingen ein Schreiben des Reichskammergerichts übergeben.

 

 

JacobMüller schreibt: "Von Conrad Speicher wissen wir, dass er mit Catharina Unbehend aus Völklingen verheiratet war". Seine Schwiegereltern waren ebenfalls vermögend, immerhin hatten sie bei der Türkenschatzung von 1542 mit drei Florin die vierthöchste Steuer dieser "Meigery" bezahlt.

Es ist deutlich, dass der Name Speicher schon um die Mitte des 16. Jahrhundert zu den festen Familiennamen gehörte.

Bei der ersten Püttlinger Landbestätigung nach dem Dreißigjährigen Krieg besaß die Sippe Speicher 525 Morgen Ackerland und 61 Fuderplätze Heu. Dagegen umfasste die herrschaftliche Domäne nur 166 Morgen Ackerland!